Rechtsprechung und Tipps

Checkliste bei Personen- / Unfallschäden:

Bevor Sie einen Anwalt umfassend beauftragen, sollten Sie eine Erstberatung in Anspruch nehmen. Gerade bei schwerer Verletzung mit Dauerfolgen, oder gar Tötung des Haupternährers, ist die Berechnung der Ansprüche schwierig, weil von vielen Prognosen und Annahmen abhängig. Stellen Sie bei der Erstberatung wenigstens folgende Fragen:

1. Wie viele Fälle mit Erwerbsschaden bei schwerer Verletzung haben Sie bearbeitet?
2. Wie viele Fälle mit Tötung des Haupternährers haben Sie bearbeitet?
3. Aus welchen Positionen setzt sich der mögliche Schaden zusammen?
4. Wie berechnen Sie Ihr Honorar für die evtl. jahrelange Arbeit?

Keinesfalls sollten Sie auf kurzfristige Abfindungs- oder Regulierungsangebote, Vermittlungsangebote von Autohäusern oder Hilfsangebote sog. Selbsthilfevereine eingehen. Unterzeichnen Sie auch keine Abtretungserklärungen. Eile ist nicht geboten, lassen Sie sich nicht bedrängen. Wer an einer vollständigen Regulierung des entstandenen Schadens interessiert ist, wird Ihnen die notwendige Überlegungszeit einräumen.

Wichtig ist, alle Beteiligten festzuhalten, gegebenenfalls die beteiligten Haftpflichtversicherungen festzustellen, Deckung durch die Rechtsschutzversicherung zu klären - das können Sie in der Regel selbst.

Alle Aufwendungen sind zu dokumentieren, die Sie seit dem Unglück haben. Der Haftungsgrund lässt sich in der Regel auch ohne Spezialkenntnisse sinnvoll klären. Etwas anderes gilt nur bei Auslandsberührung, oder besonderen Verkehrsmitteln. Spezialkenntnisse sind in jedem Fall im Versicherungsrecht erforderlich. Wenn der Schadenshergang und die Verantwortlichkeit keine Probleme aufwirft, kommt es nicht darauf an, einen Anwalt zu wählen, der sich mit den Schadensfolgen bei Personenschäden besonders gut auskennt.

Informieren Sie sich also gründlich, bevor sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Bei Personengroßschäden sind Sie oft jahrelang an diese Person gebunden, müssen persönlich mit ihr gut zurecht kommen, und sich auf sie verlassen können. Ein Anwaltswechsel ist möglich, aber mit neuen Kosten verbunden, die sie unabhängig von der Haftung des Gegners in der Regel selbst tragen müssen. Die Nähe des Anwalts zum eigenen Wohnsitz sollte daher nicht das entscheidende Kriterium sein. Wir bieten auch Besprechungen beim Mandanten an.

Folgende Schadenspositionen kommen in Betracht:
·       Schmerzensgeld
·       Verdienstausfall / entgangener Gewinn
·       Witwen- und Waisenrente
·       Unterhaltsschaden
·       medizinische Behandlungskosten
·       Pflege- und Betreuungskosten
·       Kosten psychotherapeutischer Behandlung
·       Haushaltsführungsschaden (Ersatz der entgangenen Mitarbeit im Haushalt)
·       Vermehrte Bedürfnisse (Hausumbau, behindertengerechtes Wohnen, Fahrzeugumrüstung, Besuchsfahrten)
·       Sachschaden (verlorene oder beschädigte Gegenstände)

 

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